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Dramatischer Lehrkräftemangel auch an den berufsbildenden Schulen

Anlässlich einer Studie zum Lehrkräftemangel an beruflichen Schulen in Hessen, die heute von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) vorgestellt wurde, erklärt Gabi Faulhaber, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Hessischen Landtag:

„Der Lehrkräftemangel ist bereits dramatisch und wird sich weiterhin ausweiten, wenn nicht endlich beherzt entgegengesteuert wird.

Das Forschungsinstitut für Bildung und Sozialökonomie (FIBS) hat im Auftrag der GEW eine Studie über den Lehrkräftebedarf an berufsbildenden Schulen bis 2030 erstellt. In Hessen wird es demnach 2030 nicht weniger Berufsschülerinnen und Berufsschüler geben als 2018. Dies bedeutet, dass auch mindestens mit der gleichen Anzahl an Lehrkräften geplant werden muss. Viele der derzeitigen Lehrkräfte werden dann aber bereits pensioniert sein – und die Anzahl der bis 2030 neu ausgebildeten reicht nur aus, um etwa 50% der pensionierten Lehrerinnen und Lehrer zu ersetzen.

Vor wenigen Monaten hatte DIE LINKE. im Hessischen Landtag eine Bedarfsanalyse für die allgemeinbildenden Schulen in Hessen veröffentlicht, die nun durch die Studie der GEW ergänzt wird. Danach werden auch an den allgemeinbildenden Schulen bis 2030 10.000 Lehrkräfte fehlen, für deren Ausbildung die derzeitigen Kapazitäten nicht ausreichen.

Beide Studien kommen also zum gleichen Ergebnis: In Hessen werden zu wenig Lehrkräfte ausgebildet.“

An den Hochschulen würden nur 50 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer ausgebildet, die an den berufsbildenden Schulen benötigt werden. Schon jetzt seien die berufsbildenden Schulen gezwungen, Lehrfächer zu streichen und auf fachfremde Lehrkräfte oder Quereinsteiger zu setzen.

Faulhaber kritisiert: „Das Kultusministerium ist seit Jahren über die Problematik im Bilde. Aber es reagiert nicht adäquat. Weder werden die Ausbildungskapazitäten ausreichend erhöht, noch wird der Lehrerberuf aufgewertet und attraktiver gemacht. Insbesondere beim Quereinstieg sind die Hürden hoch: Für die meisten Interessierten entstehen erst einmal große finanzielle Einbußen. Es gibt keine bezahlte berufsbegleitende Weiterbildung. Eine Landesregierung kann es sich nicht leisten, weiterhin zu ignorieren, dass das Land in den nächsten zwölf Jahren auf einen dramatischen Lehrermangel zusteuert. Es muss endlich gehandelt werden!“